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~ Mein Harem ~

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RPG

- 29 -



Ich würde ja einschlafen ... immerhin habe ich es so warm und gemütlich wie seit langem nicht mehr ... aber ich kann nicht ... mein Herz schlägt so verdammt schnell ...
Tausend Sachen rasen durch meinen Kopf und irgendwie hat alles mit ihm zu tun. Er ist süß ... auch wenn ich das sicher nicht überleben würde, sollte ich diese ungeheuerliche Äußerung einmal in seiner Gegenwart machen, aber er ist es wirklich. Ob das Absicht war? Dass er sich so gedreht hat, dass er mit dem Rücken zum Ausgang der Höhle gekehrt liegt, und mich so mit seinem Körper vor jeder von draußen hereinkommender Kälte abschirmt? Vermutlich nicht ... andererseits ist das etwas, das er tun würde für andere. Zorro macht solche Sachen ... Unannehmlichkeiten für andere in Kauf nehmen, sich selbst opfern und in Gefahr bringen und solche Dummheiten. Das er das ausgerechnet für mich tut ...
Und er hat Wort gehalten und mich tatsächlich in seine Arme genommen. Jetzt liege ich so dicht an ihn gekuschelt, dass ich seinen Herzschlag spüren kann ... beruhigend gleichmäßig und fest ... ein wenig beschleunigt vielleicht.
Hoffentlich ... hoffentlich friert er nicht.

Es geht soviel in mir vor und nichts macht richtig Sinn. Ich habe noch nie zuvor so etwas für irgendeinen Menschen empfunden und es beunruhigt mich, macht mir beinah Angst, dass ich diese Dinge ausgerechnet bei ihm empfinde ... ich kriege das alles nicht unter einen Hut.

Allerdings ist es auf Dauer schwer Angst zu haben, wenn man sich doch grade am sichersten Ort auf der gesamten Grand Line befindet ...
Es war ernst gemeint, als ich sagte, ich würde dir mein Leben anvertrauen ... und weißt du was? Es ist beruhigend es für eine Nacht so komplett tun zu können. Bei dir zu sein und zu wissen, dass man nicht aufpassen muss und dass einem nichts passieren kann. Hah! Nicht, dass ich dir das je sagen würde… das klingt so verdammt verweichlicht. Aber hey, selbst der gefährlichste Pirat braucht einen Ort an dem er sich absolut sicher fühlen kann ... nicht wahr ...? Nur komplett verrückt, dass das ausgerechnet bei dir ist ...
Hoffentlich träume ich nicht vor dir ... in meinem Alter hat man sich da nicht unter Kontrolle ... immerhin wache ich des Öfteren auf und habe ein kleines, beziehungsweise größeres Problem, an das ich im wahrsten Sinne des Wortes erst einmal Hand anlegen muss ... das wäre abartig peinlich, wenn mir das hier passieren würde ...

Ob es ihn morgen früh stört, wenn er aufwacht und ich mich so dicht an ihn angeschmiegt habe? Aber er ist so schön warm ... und fühlt sich so verdammt angenehm an ... ganz anders als eine Frau ... nicht dass ich schon vielen Menschen, egal welchen Geschlechts so nahe gekommen bin, wie ihm im Moment. Aber zumindest von dem zu urteilen, was man von Frauen rein optisch so mitbekommt. Weich und so ... Er fühlst dich ganz anders an. Irgendwie habe ich immer erwartet, dass er kantig und unbequem sein würde, eben abweisend und rau wie der Felsbrocken, als der er dich ja sowieso schon so perfekt tarnt. Aber alles an ihm ist so angenehm ... oh bitte, lass mich morgen nicht mit einer Latte aufwachen ... nur weil er sich so verdammt gut anfühlt ... ob ich noch jemals rauskriege was das für ein seltsames Gefühl ist ... hoffentlich werde ich nicht verrückt ... und hoffentlich wache ich morgen nicht mit einem Erektion auf …

Im Nachhinein … bin ich Nami beinah dankbar. Wer hätte das gedacht.
Wenn sie nicht gewesen wäre … dann wäre ich jetzt nicht hier. Mit ihm … Mit jemandem, den ich mal gehasst habe … und den ich jetzt …
… nicht mehr hasse.
Nicht mehr hasse. Ich bin schon so müde, dass mein Gehirn kaum noch richtig funktioniert … aber mir ist klar, dass ich statt ‚nicht mehr hassen’ auch etwas anderes hätte sagen können …

Du bist so warm ... und meine Augenlider werden immer schwerer ... es ist so angenehm wenn dein Atem über meine Haut streift ... und dein Herzschlag ist immer ruhiger geworden, ein dumpfes Dröhnen in meinem Kopf ... einlullend ...



Fortsetzung gibt es
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17.6.05 21:07


- 27 -



Jetzt entschuldigt er sich schon wieder - das muss er doch gar nicht. Ich weiß doch, dass er manchmal Sachen sagt, die er hinter her bereut …
Nicht, als ob ich das anders machen würde. Zugegeben – meine große Klappe hat auch nicht grade einen Riegel davor.
Und trotzdem … Noch nie hat mich jemand so treffen können wie er. Als ob mich alles von ihm immer ein bisschen mehr berührt als alles andere. Alles was er sagt und tut, geht mir irgendwie ganz tief unter die Haut …
Aber es ist vielleicht gut, wenn er das nicht weiß. Ich sollte mir nicht so eine Blöße vor ihm gegeben. Allein der Gedanke ist beängstigend, dass ein Mensch soviel Macht über mich hat …
Aber seine Hände auf meinem Rücken fühlen sich wirklich wunderbar an, einfach perfekt, als ob es der einzige Ort sei, wo sie hingehören. Nicht, dass es nicht noch andere Stellen auf meinem Körper gäbe, wo sich seine Hände sehr gut machen würde … iergs, aus! Sitz! Platz! Oh Gott, was denke ich da …?!

Als ich seine leise Stimme so dicht bei mir höre, läuft es mir gleichzeitig heiß und kalt den Rücken herunter. Langsam scheine ich mich echt an diese seltsame Insel anzupassen, zumindest was den ständigen Temperaturwechsel angeht … ob das an ihm liegt? Heiß, kalt, heiß … ich steige nicht mehr durch.
Diesmal fängt es ganz langsam bei meinen Ohren an, schießt dann schneller als mir lieb ist in meine Wangen und ergießt sich über mein ganzes Gesicht. Peinliche Röte macht sich auf meinen Wangen breit … auch wenn ich es nicht sehen kann, spüre ich es doch ganz deutlich an der Hitze, die sich wie ein Fächer auf meinem Gesicht ausbreitet.
Zorro …

Er kann mir doch nicht einfach so … so liebe Sachen sagen. Das geht doch nicht. Scheiße, jetzt bin ich garantiert knallrot. Gut, dass mein Gesicht immer noch an seiner Schulter vergraben ist. Das wäre zu peinlich … wenn er wüsste, was es mit mir anstellt, indem er so was sagt. Ich meine, ich wusste ja selber nicht, was das mit mir anstellten kann, um das mal klarzustellen … obwohl ich es mir eigentlich hätte denken können, da mein Verhalten ihm gegenüber in letzter Zeit sowieso reichlich merkwürdig ist, ganz zu schweigen von den Gefühlen, die irgendwie immer mehr verrückt spielen sobald er in der Nähe ist …
Oh man, das ist doch nicht zu fassen! Was macht er nur mit mir?
Als ob er mich nicht auch so schon genug verwirrt, wenn er einfach nur … Zorro ist.

Er klingt irgendwie verlegen.
Ist es möglich, dass ihm das genauso peinlich ist wie mir? Als ich vorsichtig zu ihm hoch schiele, breitet sich beinah ein leichtes Grinsen auf meinem Gesicht aus, als ich sehe, dass der große, böse, furcht einflössende Lorenor Zorro tatsächlich rot geworden ist. Er sieht richtig … süß aus, wenn er so verlegen ist.

Das muss dir doch nicht peinlich sein. Ich mag dich doch auch, du Dummkopf … ich habe dich doch wirklich mehr als gern. Zumindest denke ich das, denn anders würde doch nichts von dem was zu Zeit in mir vorgeht irgendeinen Sinn machen.
Und denk nicht, dass ich nicht weiß, wie schwer dir gefallen ist das zu sagen …
Mit mehr Bedauern, als ich in Worte fassen kann, löse ich mich langsam von ihm und trete einen Schritt zurück. Komisch wie kalt es sich plötzlich ist.

„Ich würde dich wegen so etwas nie auslachen, Zorro …“ sage ich ernst und versuche mir einzureden, das der Boden dieser Höhle wirklich ungeheuer faszinierend ist. „Ganz bestimmt nicht. Ich … im Gegenteil – es bedeutet mir wirklich sehr viel das zu hören.“

Mehr als du überhaupt ahnen kannst … der Gedanke, dass du mich vielleicht hasst, war unerträglich … so schlimm … du hast keine Vorstellung …
Fröstelnd verschränke ich die Arme. Scheiße, ist das kalt! Ob das noch an feuchten Klamotten liegt? Ich weigere mich schlichtweg zu glauben, dass es an Zorros fehlender Nähe liegt …

„Und ich weiß, das wir oft nicht gut miteinander ausgekommen sind … also eigentlich … mehr oder weniger nie … aber trotzdem …trotzdem habe ich dich immer als einen Freund angesehen.“

Vermutlich sogar als meinen besten …
Oh scheiße, verdammt … ist das schwer! Habe ich so was Peinliches schon jemals über mich ergehen lassen müssen? Sicher nicht …
Aber irgendwie habe ich das Gefühl ich schulde ihm das jetzt …

„Also … ich … ich meine … Wir haben schon so oft zusammen gekämpft … ich …ich würde dir vermutlich jederzeit mein Leben anvertrauen. Ich … danke übrigens für vorhin wo wir schon bei dem Thema sind. Danke, dass … du gekommen bist.“

So endlich ist es raus. Oh man, ich kriege schon langsam Nackenkrämpfe so angestrengt starre ich auf den Boden.

„Und jetzt wo ich das endlich gesagt habe…“

Entschlossen, mein hochrotes Gesicht zu ignorieren, sehe ich endlich hoch.

„Falls es dir wirklich nichts ausmacht, Lorenor Zorro … könntest du jetzt damit anfangen mich zu festzuhalten? Mir ist nämlich kalt … und müde bin ich auch…“

… und es hat sich verdammt noch mal viel zu gut angefühlt in deinen Armen zu liegen, viel zu gut und viel zu angenehm als es überhaupt sein dürfte … und auch wenn ich nicht verstehe was grade mit mir los ist … ich will zurück dir … und dann mache ich mir vielleicht morgen Gedanken um meinen Geisteszustand … sicher nicht jetzt …

„Dafür mache ich dir morgen auch Frühstück. Abgemacht?“




Fortsetzung gibt es
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12.6.05 14:25


- 25 -



Für einen Moment halte ich inne und schließe die Augen, als ich meinen Namen aus seinem Mund höre. Ich stehe schon im Eingang der Höhle, die Nacht draußen zum Greifen nah, noch ein Schritt und ich bin fort ... genau wie ich es wollte. Aber irgendetwas in seiner Stimme hält mich auf ... hält mich fest, so dass ich mit zusammengebissenen Zähnen stehen bleibe. Was soll das? Wieso kann er mich nicht einfach gehen lassen ...? Hat er noch mehr Beleidigungen für mich übrig?

Ein fester Druck auf meinem Handgelenk lässt mich zusammenzucken, trotzdem finde ich nicht die Kraft mich gegen seinen Griff zu wehren. Stehe einfach mit fest zugepressten Augen da und spüre jeden quälenden Atemzug, der sich meiner Kehle entringt so überdeutlich, dass es schmerzt. Es ist mir gleich ... von mir aus soll er mich noch mehr verletzen ... wen kümmert das noch ... ist doch sowieso alles egal ...

Ich spüre einen Ruck und stolpere nach hinten ... für Sekunden lasse ich mich einfach fallen, willenlos, erschöpft und ohne den Wunsch zu verspüren mich wieder aufzufangen. Starke Arme halten mich fest und bewahren mich vor dem Aufprall auf dem steinigen Boden. Mit weit aufgerissenen Augen werde ich heftig zu ihm gezogen, an seine sich hastig hebende und senkende Brust gedrückt und spüre wie seine Hände sich an mir festkrallen.

Zorro ...? Was ...?

Mit einem leisen, gequälten Geräusch halte ich mich an ihm fest und atme tief ein, versuche diesen Augenblick und seinen Geruch, seine Wärme aufzuheben für die Ewigkeit. Obwohl sein Hemd noch feucht und klamm ist, ist er darunter so warm und seine Wärme ist so einlullend und beruhigend.
Er hält mich so fest umschlungen, dass ich kaum atmen kann, beinah verzweifelt, so als hätte er Angst mich je wieder loszulassen. Sie ist besitzergreifend diese Umarmung, jeder dumpfe Herzschlag schlägt es mir entgegen "mein ... mein ... mein" und plötzlich weiß ich, dass er mich nicht hätte gehen lassen … niemals …

Die Hände mit denen er nach meinen Handgelenken greift und sie zu seinen Lippen hebt, sind unendlich behutsam und zärtlich. Mit tausend sanften Küssen wandert sein Mund über meine Handinnenflächen und seine Lippen berühren jede noch so kleine Wunde. Warmer Atem streift über die aufgeschürfte Haut und ich bin sicher, dass Zorro noch nie in seinem Leben so sanft mit etwas umgegangen ist, wie er es jetzt tut.

"Ist okay ..."

Zorro, du sturer Idiot ... wieso musst du es dir und mir nur immer so schwer machen ...? Du magst mich also doch ... und dieser Blick vorhin von dir, der war auch keine Einbildung von mir ...

"Es tut nicht weh ...wirklich."

Ich fühle mich sowieso grade als ob mir nie wieder irgendetwas wehtun könnte, als ob mein ganzer Körper mit schmerzbetäubenden, glücklich machenden Hormonen voll gepumpt ist.
Immer noch hält er mich so fest, als hätte er Angst, ich würde jeden Moment verschwinden, als befürchtet er, ich würde ihn jeden Moment angeekelt von mir stoßen ... begriffsstutziger Dickschädel! Denkt er das wirklich? Sieh mich doch nicht so flehentlich an ... ich gehe doch nicht ... du Idiot ... ich gehe doch jetzt nicht weg ...

"Nun guck nicht so! Ich gehe nicht. Ich kann dich ja doch nicht hier allein lassen ... du findest ohne mich ja nie wieder zurück. Ich gehe schon nicht ..."

Bevor er sich wehren kann, schlinge ich die Arme um seinen Hals und schmiege mich mit klopfendem Herzen an ihn.

"Und da das jawohl bedeutet, dass wir die Nacht gemeinsam hier verbringen müssen ..." flüstere ich ganz dicht an seinem Ohr, "hast du was dagegen mich einfach so festzuhalten heute Nacht? Es ist nämlich wirklich verdammt kalt hier ...."

Ich kann gar nicht glauben, dass ich wirklich den Mut aufgebracht habe, das zu sagen ...



Fortsetzung gibt es
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10.6.05 11:51


- 23 -



Ich kann nicht fassen, dass ich ihm grade diese Frage gestellt, nein viel eher ins Gesicht geschleudert habe ...
Was hat mich da nur wieder überkommen? Habe ich vielleicht Todessehnsucht ... so langsam ist das die einzige Erklärung, die mir noch einfällt. Ich meine, was für eine Antwort erwarte ich eigentlich darauf? Dass er mich gerettet hat, weil ich ihm nicht komplett egal bin? Dass er etwas, irgendetwas für mich empfindet? Ja, sicher ...
Hör auf zu träumen, Sanji und stell dich der unschönen Realität. Das ist nicht “Herzblatt“, und Zorro nicht dein Traumkandidat, und die Antwort lautet auch sicher nicht „Ein romantisches Abendessen im Kerzenlicht- ...

Ruckartig werde ich weggeschubst und für einen Moment sehe ich tatsächlich Sterne, so fest hat er zugestoßen. Ich bin so wenig darauf vorbereitet, dass ich mich nicht einmal rechtzeitig abfangen kann sondern wehrlos nach hinten taumele. Atemlos und erschrocken finde ich mich auf dem Boden wieder ... einen wütenden Zorro über mir, hoch aufgerichtet und bedrohlich.
Meine kostbaren Hände schürfen auf dem rauen, steinigen Boden auf, als ich nach Halt taste, aber ich kann nicht aufstehen. Und ich kann nicht wegsehen. Wie hypnotisiert starre ich ihn an, sehe seine Augen in der Dunkelheit aufblitzen und zucke nicht einmal zusammen, während er mir all diese wutentbrannten, hasserfüllten Dinge entgegen schleudert, auf allem herum trampelt, was mir wichtig ist und ich das Gefühl habe, dass er grade mitten in meine Brust gegriffen und mein Herz herausgerissen hat.

Es tut weh, dass zu sagen, aber ... in diesem Augenblick macht er mir Angst.

Piratenjäger Lorenor Zorro. Zum allerersten Mal verstehe ich die ganzen Schwächlinge, die seinen Namen hören und sofort anfangen um Gnade zu winseln, gewinne einen Hauch der Ahnung, wie es sein muss, sich anfühlen muss diese gefährlichen, schmalen Augen so hasserfüllt auf sich gerichtet zu spüren und die bedrohliche, finstere Gestalt vor sich zu sehen, wenn Zorro einmal wirklich wütend ist. Er war noch nie so wütend auf mich ... genervt, ja. Angepisst, ja. Ist er eigentlich immer. Aber noch niemals so ...

Und ich hätte nie gedacht, dass du mich mal mit diesem Blick ansehen würdest ...

Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit, die ich bewegungslos auf dem Boden sitze, ihn anstarre und völlig betäubt bin. Es dauert noch länger bis endlich der Schmerz kommt. Er bohrt sich ganz plötzlich in meine Brust, so wie die kleinen Steinchen in meine aufgescheuerten Handflächen, und schnürt mir langsam die Kehle zu.

Endlich tritt er einen Schritt von mir zurück, nimmt den beklemmenden Druck seiner übermächtigen Gegenwart von mir, die mich am dem Boden festgenagelt hat. Endlich kann ich wieder atmen, und ich bin beinah überrascht wie weh es tut, als endlich wieder Sauerstoff in meine leeren Lungen strömt.

„Wieso hast du mich dann nicht verrecken lassen, du Arschloch?“

So schnell es mein schmerzender, sich wie taub anfühlender Körper zulässt, stehe ich auf, meine Hände an der Wand entlang tastend und unwillkürlich nach Halt suchend.

„Wieso machst du dann so was?! Wieso erzählst du dann so einen Scheiß, dass du dir Sorgen gemacht hast?! Wieso musstest du so lieb zu mir sein, du Arsch? Hättest du mich nicht lieber draufgehen lassen können?! Das wäre wenigstens fair gewesen!“

Wieso musstest du mich auch so ansehen? Ansehen, als ob du mich nicht hasst ... Mir für einen Moment die Illusion geben, dass da irgendwo Gefühle für mich sind, irgendwo tief verborgen unter deiner harten Schale aus Kälte und Arroganz.
Ich habe gefragt ... ich gehirnamputierter Idiot musste ja unbedingt fragen ... wollte ja unbedingt meine Antwort hören ... was habe ich denn erwartet ... und jetzt ist es zu spät. Jetzt ist alles vorbei. Ich kann nicht ... ich kann doch jetzt nicht mehr zurück auf die Flying Lamb mit ihm und so tun, als ob nichts passiert wäre ...

„Aber keine Sorge, ich werde dich hiermit endgültig von meinem unerträglichen Anblick befreien.“ Ist das meine Stimme, die so hohl klingt? Komisch, wie fremd und seltsam sich das anfühlt ... „Tut mir natürlich leid, dass ich dir die Umstände mache einen neuen Dummen zu suchen, der für euch kocht. Aber das dürfte vermutlich ein geringer Preis dafür sein, dass du endlich mein Gesicht nicht mehr ertragen musst.“ Mit einem sarkastischen Lachen drehe ich mich um und schiebe die Hände in die Hosentaschen, als ob nichts wäre.

Der Regen lässt nach ... es tropft nur noch … aber es ist schon stockdunkel draußen ... mir ist sowieso alles gleich ... Ich will nur fort von hier.

„Lebwohl, Zorro. Hoffentlich findest du alleine zurück zum Schiff.“




Fortsetzung gibt es
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8.6.05 21:54


- 21 -



Das grade noch tropisch schwüle Klima ist durch den Regen schlagartig abgekühlt.
In der beschissenen Höhle ist es kalt ... mir ist kalt ... und am allerkältesten ist Zorro. Die Blicke, mit denen er mich ansieht … besser gesagt, mit denen er mich nicht ansieht, lassen mich mit Sicherheit bald zu Eis erstarren.
Schweigend und mit abgewandten Gesichtern sitzen wir mit drei Meter Abstand, exakt so breit wie die Höhle an ihrer breitesten Stelle ist, auseinander und versuchen so zu tun, als ob der andere nicht da ist. Die zehn Minuten, die wir hier sind seit der Regen eingesetzt hat sind bestimmt die längsten meines ganzen beschissenen Lebens gewesen.
Was verdammt noch mal ist nur falsch gelaufen? Eben waren wir uns noch so nah, wie noch nie zuvor und er war so … sanft und lieb … und jetzt könnte er von der Wärme und den Gefühlen, die er ausstrahlt jedem Felsbrocken Konkurrenz machen. Selbst der Treibsand war humaner zu mir … er wollte mich nur umbringen, nicht langsam quälen und an der Abweisung ersticken lassen …

Vielleicht hat er sich bei meiner Rettungsaktion vorhin irgendwo den Kopf angehauen. Vielleicht war er nicht ganz bei sich, als seine Hand unter meinem Kinn lag …
Vielleicht war dieser Blick gar nicht für mich bestimmt …
Vielleicht hat er an jemand ganz anderen gedacht …
Vielleicht … vielleicht …

Tausend schmerzende, bohrende Vielleichts, die um mich herumschwirren und mir die Kehle zuschnüren … und mich davon abhalten zu ihm zu gehen und ihn zu packen und zu schütteln und ihn anzubrüllen, was das bedeuten sollte.

Meine Zähne sind fest aufeinander gepresst, damit sie nicht klappern und meine Arme um meine Knie geschlungen, um den letzten Rest an Wärme zu konservieren, der übrig geblieben ist. Nur keine Schwäche anmerken lassen vor dem Feind.
Vermutlich ist es in Wirklichkeit gar nicht so kalt, wie es mir grade vorkommt. Aber im Vergleich zu der Wärme, die mich durchströmt hat, als Zorro mir so verdammt nah war … ist das hier wie ein Gefrierhaus.

Du bist so ein Idiot.

Nicht zu fassen, wie oft ich diesen Satz heute schon gedacht habe. Praktisch in jeder Minute, die ich mit ihm zusammen war. Immer regt er mich auf, macht mich wütend, traurig, zornig und bringt mich dazu mich dumm anzustellen wie ein Baby und mich gleichzeitig selbst dafür zu verachten.
Und trotzdem … verdammt, trotzdem kann ich es nicht lassen … bin ich süchtig nach ihm, nach seiner Gegenwart.
Wenn ich nur wüsste …

Lange halte ich die Stille zwischen uns nicht mehr aus. Das Rauschen des Regens ist auch nicht grade gut, meine ohnehin schon angespannten Nerven zu beruhigen.
Unauffällig sehe ich zu ihm herüber, meine Augen vorsorglich unter langen, feuchten Ponysträhnen verborgen. Ob ihm auch so kalt ist wie mir …? Anmerken kann man es ihm nicht …
Andererseits … was heißt das schon. Zorro ist nicht grade ein Mensch, der viel von sich preisgibt. Gar nichts von sich preisgibt trifft es vielleicht am besten …

Das eben … das war so ziemlich das erste Mal, dass er mir gegenüber überhaupt irgendwelche Gefühle jenseits von Abscheu und Verachtung gezeigt hat … ob er deswegen so erschrocken war?
Angst vor seinen eigenen Gefühlen – das würde so zu ihm passen.
Okay, ich habe gut reden, als ob es mir grade besser geht! Meine Gefühle machen mir grade so beschissen viel Angst, dass ich nicht mal weiß, ob das unterdrückte Klappern meiner Zähne nicht sogar daherrührt und nicht von der Kälte …

Ach verdammt! Das ist alles so beschissen! Wenigstens einer von uns beiden sollte endlich den Mumm haben und …
Bevor ich es bereuen kann, ja bevor ich überhaupt darüber nachdenken kann, finden meine Füße wie von selbst ihren Weg zu ihm. Er sieht hoch und ich sehe ihm an, dass er nicht weiß, was er davon halten soll, dass ich jetzt plötzlich so vor ihm stehe, zähneklappernd und durchnässt … vermutlich nicht grade beeindruckend … Eher Mitleid erregend, aber meine kurzzeitig aufgeflammte Wut hält mich aufrecht.

„Was soll das?“ höre ich mich fauchen und bin selbst überrascht wie geladen meine Stimme klingt. „Wieso zum Teufel redest du nicht mehr mit mir?!“

Mit funkelnden Augen gehe ich vor ihm auf die Knie, damit er meinem Blick nicht ausweichen kann, in dem er den Kopf senkt – oh nein, so nicht! Sieh mich gefälligst an!

„Wieso rettest du mich überhaupt …und machst dir so eine Mühe …“ sprudelt es aus mir heraus bevor ich es verhindern kann. „Du hättest mich doch gleich in dem Sandloch verrecken lassen können! Wieso … wieso …?“ Meine Stimme wird immer leiser. Hilfloser.
Sag was, Zorro, verdammt … sag was … lass mich hier nicht so stehen … Denkst du nicht, dass mir das weh tut ...?



Fortsetzung gibt es
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31.5.05 17:49


- 19 -



Okay, ich hatte mehr oder weniger ALLES erwartet. Angefangen davon, dass er mich eiskalt meucheln und umbringen würde, weil ich es gewagt hatte Hand an ihn zu legen - bis hin zu der Horrorversion, dass er einen Lachanfall bekommt und mich so lange damit demütigt, bis ich vor Scham im Boden versinke. Alles … bis auf das.

Unwillkürlich zucke ich zusammen, als ich seine Hand unter meinen Kinn spüren kann und versuche mich seinem unnachgiebigen Griff zu entziehen. Seine Berührung ist zwar überraschend sanft und behutsam, aber dennoch unerbittlich. Das muss ja wohl nicht sein, dass er mich jetzt so sieht … verdammt, was will er jetzt von mir? Die beschissene Bestätigung, dass ich wirklich weine? Dass er sich das nicht nur eingebildet hat und dass er jetzt tatsächlich einen Grund hat mich für immer und ewig zu verachten? Toll … die kannst du haben - bitte schön! Als ob es darauf noch ankäme …

Ich spüre wie meine Augen sich erstaunt weiten, als ich die hastig gemurmelten Worte höre. Er sagt es so leise, dass ich nicht ganz sicher bin, ob das richtig verstanden habe – und eigentlich kann es doch gar nicht stimmen … er hat sich Sorgen gemacht? Um mich …? Ausgerechnet um mich? Spinn ich vielleicht? Oder habe ich zuviel Sand in den Ohren? Andererseits hat er mich gerettet …

Zorro …

Noch nie waren wir uns so nah wie in diesem Augenblick, zumindest nicht ohne uns dabei wehzutun. Als ob die Zeit stehen geblieben ist, knien wir voreinander auf dem Boden und starren uns an wie Idioten … und er hat immer noch seine Hand auf meinem Kinn. Ich habe noch nie erlebt, dass er so sanft mit etwas umgegangen ist und es ist ein seltsames Gefühl, dass er mich jetzt so ansieht … nicht wie sonst, wie einen Sandsack an dem man seine schlechte Laune abreagieren kann, sondern so als ob ich irgendwie zerbrechlich wäre. Etwas Empfindliches, Kostbares, dass er sich kaum traut zu berühren. Nicht einmal seine geheiligten Schwerter sieht er so an, wenn er sie poliert. Wenn es nicht so peinlich und abartig kitschig wäre, würde ich jetzt mein Gesicht gegen seine Hand schmiegen. Es ist so verdammt schön ihm so nah zu sein … auch wenn mein Herz in einem Tempo schlägt, dass es beinah schmerzt.
Er sieht mich so seltsam an … mit einem Blick, den ich nicht zuordnen kann und der mir leichte Schauer über den Rücken laufen lässt.

Ganz sanft fahren seine Finger über meine Wange, so behutsam dass ich erst nicht sicher bin, ob ich mir diese Berührung nicht nur einbilde. Unwillkürlich wird mein Atem schneller als er plötzlich noch näher kommt. Für Sekunde könnte man fast meinen, dass er …

Bevor ich überhaupt verarbeiten kann, was grade passiert, zieht er plötzlich seine Hand weg als hätte er sich verbrannt und weicht ein Stück vor mir zurück.

Nein … nicht …

Ob er weiß oder auch nur ahnen kann, was er mir im Moment mit dem Entzug seiner Nähe antut? Bestimmt hat er bemerkt was er da macht und es schon in derselben Sekunde den Schock seines Lebens gekriegt. Oh, entschuldige Sanji, ich habe grade ganz vergessen, dass ich dich ja verabscheue. Scheiße … wieso tut das so weh …

Aber verdammt Zorro, das glaube ich dir einfach nicht! Du hast mir immerhin grade mein beschissenes Leben gerettet! Zugegeben, das hättest du vermutlich für jeden von uns getan – wir sind ja eine Mannschaft. Trotzdem bin ich relativ, nein sogar absolut sicher, dass du beispielsweise Lysop oder Ruffy nie, nie, niemals so angesehen, geschweige denn so sanft berührt hättest wie du es grade bei mir getan hast. So wie du mich eben angesehen hast …

Abrupt stehe ich auf, meinen noch recht erschöpften Körper und die schmerzenden Gliedmaßen dabei ignorierend so gut es geht.

„Du bist wirklich ein Idiot …“ sage ich und bin überrascht wie bitter meine Stimme dabei klingt.

Passend zu der schlagartig düsteren Stimmung zuckt ein riesiger gezackter Blitz quer über den Abendhimmel, dicht gefolgt von einem Donner, der so laut ist, dass er einem in den Ohren wehtut.
Oh oh …
Von einer Sekunde auf die andere scheint es als ob der Himmel alle seine Schleusen geöffnet hat und sie über uns ausleert. Tonnenweise Regen platscht auf uns nieder. Tropischer Regen, der so spontan anfängt wie er wieder aufhört …ich habe ja schon davon gehört, aber das ist lächerlich!

In Sekundenschnelle sind wir komplett durchnässt.

Spätestens jetzt ist klar, dass wir heute nicht mehr zurück zur Flying Lamb kommen, sondern erstmal hier bleiben und uns ein trockenes Plätzchen zum schlafen suchen müssen. Was im Klartext heißt … dass wir die nächste Nacht zusammen hier verbringen müssen.
Oh Gott …




Fortsetzung gibt es
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27.5.05 21:11


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